Das Teilen und Retten von Lebensmitteln ist kein neuer Trend. Seit 2010 ist die Berichterstattung explodiert und es finden sich immer mehr Lebensmittelretter, auch in Deutschland. Heute soll es nicht nur um den Trend an sich gehen, sondern die Vorteile von Foodsharing für Gastronomen.

 

Zum Trend: Foodsharing – für hungrige Mäuler statt für die Tonne

Hier eine kleine Einführung zum Foodsharing. Wenn Ihnen das Prinzip bereits bekannt ist, springen Sie einfach nach untern zu den Vorteilen für Gastronomen.

Die Lebensmittelverschwendung allein in Deutschland ist unfassbar. 6,7 Millionen Tonnen Lebensmittel pro Jahr verschwinden in der Tonne. Für den Rest der Welt sieht das nicht viel besser aus.

Nicht verwunderlich also, dass sich Menschen zusammenfinden und etwas dagegen unternehmen. In England schon weit verbreitet ist die Plattform OLIO, in Deutschland findet eher   anklang. In vielen Städten etablieren sich aber auch Facebook Gruppen, die den Gedanken vorantreiben und Foodsharing möglich machen. Auf diesen Plattformen kann man sich schnell registrieren, um als Foodsharer oder Foodsaver aktiv zu werden.

Foodsharer teilen Lebensmittel, die sie selbst nicht mehr verwenden, mit anderen. Als Gastronom wären Sie also ein Foodsharer, wobei diese Rolle auch oft von Privatpersonen eingenommen wird. Alles, was noch essbar ist und ansonsten in die Tonne wandern würde, wird auf der Plattform ausgeschrieben. Die Foodsaver kommen vorbei und retten die armen Lebensmittel vor der Tonne.

Für mich eine großartige Möglichkeit, Lebensmittel besser zu schätzen und Bedürftige (auch wenn man das NICHT sein muss, um Foodsaver zu sein) zu unterstützen. Doch was bringt das den Restaurantbesitzern? Mal abgesehen von einem guten Gewissen, gibt es eine ganze Reihe von Vorteilen, die Sie zum Teilen Lebensmitteln bewegen sollten.

 

Vorteil 1: Akzeptanz, Image und Aufmerksamkeit

Die Zahlen zur Lebensmittelverschwendung in Deutschland sind nicht erst seit gestern so hoch und kursieren schon lange in etlichen Communities. So stößt die Idee des Foodsharings online und offline auf immer größere Akzeptanz. Wollen Sie sich also in die Ränge der Lebensmittelaktivisten einreihen und öffentlich zeigen, dass sie als Gastronom Lebensmittel schätzen? Werden sie Foodsharer!

 

Vorteil 2: Online Sichtbarkeit

Auf der Plattform Foodsharing.de tummeln sich vor allem in Deutschlands Großstädten die großen und aktiven Foodsharing Communities. Schon in mittelgroßen Städten finden sich hier höchstens ein bis zwei Anbieter, oft keine Gastronomen. Und genau hier liegt Ihre Chance!

In meiner Heimatstadt betreibt genau ein Restaurant Foodsharing auf  . Wenn man also „Foodsharing Stadt X“ bei einer Suchmaschine eingibt, findet sich genau das eine Restaurant ganz oben in den Ergebnissen. Das ist nicht nur Suchmaschinenoptimierung zum Nulltarif, Sie werden auch das Flaggschiff der verantwortungsvollen Gastronomen in Ihrer Stadt.

Sie wollen online gefunden werden? Werden Sie Foodsharer!

 

Vorteil 3: Gäste lernen Ihre Produkte kennen

Natürlich habe ich schon einige Erfahrungen mit Foodsharing gemacht. Meine erste Rettungsaktion als Foodsaver trieb mich in ein veganes Restaurant. Das Restaurant hatte einige vegane Burgerpatties zu viel vorbereitet und so nicht servieren können. Diese standen zur Abholung bereit, so habe ich zugegriffen und für mich und meine Freundin am Abend ein paar vegane Burger gezaubert. Wir waren beide zunächst skeptisch, doch schon nach dem ersten Bissen begeistert.

Bis heute genehmigen wir uns – inspiriert durch die positive Foodsharing Erfahrung – mindestens einmal im Monat einen veganen Tag. In genau dem einen veganen Restaurant.

Sie wollen, dass potentielle Gäste Ihre exotischen Produkte kennen- und lieben lernen? Werden Sie Foodsharer!

 

Foodsharing: Bedenken für Gastronomen

Zur Entwarnung: rechtliche Bedenken sollten Sie nicht haben. Es gibt einige Vorfälle, bei denen unsachgemäß geführte Foodsharing Verteiler (sog. Fairteiler) geschlossen wurden. Bei allen Vorfällen dieser Art handelte es sich jedoch um private Betreiber von öffentlichen Kühlschränken. Also keine Gastronomen.

Wenn Sie sich also an die in Ihrem Betrieb üblichen Auflagen halten, sollten Sie keine Angst vor rechtlichen Konsequenzen haben. Der Foodsharing e.V. hat eine eigene Liste mit den wichtigsten Ratschlägen zur Lebensmittelsicherheit veröffentlicht.

Als Faustregel gilt: Wenn Sie Bedenken haben, das Nahrungsmittel zu servieren, sollten Sie auch Bedenken haben es zu teilen!

 

Alles in allem fällt die Argumentationsbilanz also sehr positiv aus. Also, werden Sie Foodsharer!