Food Challenges sind in den USA schon lange ein Trend, doch lohnen sich Food Challenges auch in Deutschland? Kann ein Restaurant mit Food Challenges gutes Marketing betreiben oder geht es hier nur um Völlerei, die in einem Minusgeschäft und Imageverlust endet?

Für alle die sich fragen, was das ganze soll, hier mal die offiziellen Definitionen von:

Kurz: Bei einer Food Challenge bietet das Restaurant ein sehr großes (oder auch sehr scharfes) Gericht an. Wer es in der Zeit gänzlich aufisst, isst gratis, bekommt einen Preis oder einen Platz an der Wall of Fame im Restaurant. Bei einer Eating Competition treten mehrere Wettbewerber gegeneinander an und versuchen z.B. in einem Zeitlimit die größtmögliche Anzahl an Hotdogs zu verspeisen. Der Sieger erhält ein Preisgeld.

 

Food Challenges – woher kommt das?

Wirklich populär sind Food Challenges durch die vom Travel Channel produzierte Serie „Man vs. Food“ geworden. Adam Richman reiste mit seinem Team durch die USA (später um den Globus) und stellte sich den verrücktesten Herausforderungen rund ums Essen. Kiloschwere Burger, die schärfsten Chicken Wings der Welt oder der größte Eisbecher, Adam Richman stellte sich jedem Essensberg und bewältigte so einige.

 

 

Ein Trend schwappt über – Food Challenges in Deutschland

 

Hierzulande wurde die Serie unter dem Namen „MAN VS FOOD – DIE XXL-CHALLENGE!“ unter anderem von Prosieben ausgestrahlt. Youtube und die sozialen Medien tun ihr Übriges für die Verbreitung der Essensorgien.

Besonders durch Youtube geistern viele Videos prominenter Profi-Esser, die sich den härtesten Food Challenges der Welt stellen. Besonders populär sind hier Matt Stonie, Furious Pete und Beard meats Food. Diese Youtuber essen als Hauptberuf und bekommen Millionen Klicks, unter anderem von dem ein oder anderen Deutschen. Den Kanadier Furious Pete hat es auf einer kulinarischen Weltreise auch schon mal in den deutschsprachigen Raum verschlagen.

 

Food Challenges – warum tut man sich das an?

 

Dass das vertilgen von mehreren Kilo Schnitzel nicht allzu gesund sein kann, ist offensichtlich. Über die genauen Auswirkungen auf die Gesundheit ist man sich jedoch noch nicht einig. Trotzdem treibt es immer mehr hungrige Mäuler in XXL Restaurants an Tische, die unter dem Gewicht gewaltiger Portionen ächzen. Auch in den Videos der Profis sieht man, dass gerade die letzten Bissen einer Food Challenge kein Genuss sind.

Warum tut man sich das an? Die Seite Foodchallenges.com – das größte weltweite Verzeichnis von Food Challenges – hat einen Artikel zu den Reizen und Vorteilen des sportlichen Essens verfasst. Man muss sich auf die Herausforderung vorbereiten, Strategien recherchieren und umsetzen, der Sieg über eine schwere Herausforderung ist berauschend, man kann seinen Freunden erzählen, dass man es probiert hat, für Bodybuilder sind die zusätzlichen Kalorien sicher hilfreich und man bekommt ein nettes Foto an der Wand.

Ob dies gute Gründe sind, sich einen sechs Kilogramm Burger und den Energiebedarf einer Woche in einer halben Stunde reinzuschaufeln, ist jedem selbst überlassen.

Kommen wir zur interessanteren Frage:

Warum bieten Restaurants Food Challenges an?

 

Noch gibt es nicht viele Food Challenges in Deutschland, doch der Trend nimmt zu. Folgende Vorteile könnte das Anbieten von Foodchallenges in Deutschland für einen Gastronomen haben:

  1. Unterschätzen der Challenge: Ja, wenn der Gast die Challenge bewältigt, isst er gratis oder bekommt einen Preis. Aber die meisten Gäste (fast alle nicht trainierten Esser) überschätzen sich, scheitern kläglich und zahlen einen oft beachtlichen Preis für das gigantische Gericht.

 

  1. Neukundengewinnung: Das steigende Suchvolumen nach Begriffen rund um Foodchallenges in Deutschland trifft auf ein sehr kleines Angebot. Auch auf Plattformen gibt es wenig Anbieter und Sie könnten unter den ersten dabei sein.

 

  1. PR: Besonders in kleineren Städten ist eine herausfordernde Food Challenge, gepaart mit einem Einführungswettbewerb, ein guter Aufhänger für einen Zeitungsartikel.

 

  1. Influencer Marketing: Die sozialen Medien habe ich bereits ins Spiel gebracht. Und auch wenn es noch keinen großen Esser gibt, der sich Food Challenges in Deutschland stellt (und auch der wird kommen), wird jeder mutige Esser ein perfekt in Szene gesetztes Bild oder Video der Challenge in den sozialen Medien posten. Das ist perfektes und kostenloses Social-Marketing.

 

Gutes Marketing! (Nicht für jedes Restaurant!!!)

 

Am Ende kommt es wieder darauf an, was für ein Gastronom Sie sind. Wie Ihre Gäste Ihr Restaurant bisher sehen und welche Ideale Sie vertreten. Ein XXL-American Diner kann durchaus von dem nach Deutschland überschwappenden Trend profitieren. Ein Veganes Restaurant, das löblicherweise die No-Waste Fahne schwingt, wird durch eine Food Challenge eher einen Image-Verlust als einen Gewinn verzeichnen.

Haben Sie Erfahrung mit Food Challenges in Deutchland? Lassen Sie es mich wissen! Ich werde den Trend weiter im Auge behalten.

Beste Grüße